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letters · by a contemporary
Briefe eines französischen Offiziers geschrieben im Jahre 1800 aus Steiermark, Kärnthen, Italien, der Schweiz, Baiern und Salzurg
Karol Fryderyk Wojda (1771–1846), 1803
Named on the pages for Battle of Marengo, Battle of Hohenlinden.
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14 June 1800
Battle of Marengo
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Von diesem Meisterwerke und seinem Be^ sitzer mufste ich mich diesen Morgen Iren* iien, und traf hier schon um g Uhr vor Mit- tage ein. Ich fand Trevilo eben fo voll von Geflüchteten, wie mehrere andere Orte jen- seits der Piave, und hier erhielt ich endlich auch die ersten sichern Nachrichten von de^ Schlacht bei Marengo und dem eingegangenen Waffenstillstände. Nur über die nähern Um- stände derselben und die Bedingungen dieses letztem beobachtet man noch ein tiefes Still- schweigen, es ist noch nichts ofhcielies darü-
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Der nemliche Tumult, dessen ieli schon bei Treviso erwähnt , fand auch hier statt. Die Strafseii waren voll yon Flüchtlingen, das Heer der Weiber und jener Trofs von Men- schen, die den Armeen folgen und dem Lan- de, in welches sie einfallen, oft mehr schaden» wie der Feind selbst, befanden sich hier; die Durchfuhr von Gepä,ck und Lebensmitteln dauaate den ganzen Tag ununterbrochen fort, überall herrschte eine aufserordentliche Nie- dergeschlagenheit, man konnte auf allen Ge- sichtern die schreckliche W^irkung der Schlacht bei Marengo lesen, und meine Reisegefährten, denen diese Bemerkung nicht entging, riefen dabei einander wiederholend zu : voyez eom- me, ils avancent ! — In Vicenz bekam ich auch das erste geschriebene ^ Exemplar von dem \Yaj0ren?tilIstaiide zu Gesicht; irgend je- mand,, den ich vorher nie gefpoclien hatte, lief mich in; seinen Laden, um mir es zu zei- gen. §0, s,elu ich, seit dem Latifö der Revo>-
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Doch dafs es dazu nicht Kommen wer* de, di?s hoft und wünscht man hier allge* mein, und sagt es laut. Die Offiziere, wel- che bei der Schlacht von Marengo gewesen sind, bezeigen vorzüglich einen grofsen Wi- derwillen gegen die Fortsetzung des Krieges j sie meinen, man schlüge sich doch nur, da- mit die Eng] ander ihren Zucker um einig® Groschen theurer verkaufen könnten, und hal- ten dafür, dafs, bei der jetzigen Ordnung , der Dinge in Frankreich, der Friede nicht nur sehr leicht möglich sey, sondern auclr Dauer verspreche, — Aber eine ähnlicha friedfertige Stimmung habe ich jedesmal in v der kaiserlichen Armee bemerkt, wenn sie ^ geschlagen war, und sobald sie wieder einige Vortheile erhalten hatte, dachte nicht nur nie*
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Als die Schreckenszeit vorüber war, er- schien sie wieder unter den Ihrigen. Nun aber erhielt sie die Nachricht, dafs ihr Gatte geblieben sey. Glücklicherweise gelang es ihr, ihren ältesten Sohn, der als Kind mic ausgewandert war, zurückkommen zu lassen. Jetzt steht er, als Offizier, bei einem Kaval- lerieregiment in Italien, er war bei der Schlacht von Marengo, und seitdem hat sie keine Nachrichten von ihm. Ihren zweiten Gatten schilderte sie mir, als einen sehr arti- gen und vernünftigen Mann, ohne mir jedoch zu verhehlen, dafs sie ihn vielmehr, um einen Beschützer an ihm zu haben, als aus kiebo geheir^ithet. — ^ Ich habe wenig Französinnen gekannt, die mit dreifsig Jahren so frisch und wohl ciiialten gewesen wären, wie sio und noch weniger die, mit leichtem Wits und X-iebenswurdigkeit , so viel Bildung und
3 December 1800
Battle of Hohenlinden
XVIII
Vorpostengefeciite vom2.‘Dec. — Schiaulit bei Hohenlinden — Ilermiaiin und Dorothea — Piückkelir nach Haag — Aibling — Gen. Lecourbe — Üebei-.
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ßtunden nach ihm traf sqhou ein haiserUchet ICourier ein, der die Be^vyilUgung der gaiiiaclif teil: Bedingungen iniibrachte. •— Die Ver*? langerung des VVaffen Stillstand es ward nun den 20, September iu Hohenlinden nnter* zeichnet.
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Dafs der Graf Cobenzl hier durch, nach Paris gereiset, werden Sie ja wohl schon durch die Zeitungen erfahren haben. Es war die höchste Zeit, dafs sich ein Friedensun-’^ tcrhändler einstellte; denn der Waffenstillstand ging zu Ende, und konnte, von einem Au- genblicke zum andern, aufgekündigt werden. Da man in Hohenlinden übereingekoinmen war, dafs der Graf Lehrbacli nach Lüneville
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liber das Vor^efalleiie aäsfulirlicliey zu nmer- richteii. Als Einleitung zu demselben mufs ich Ihnen jedoch vorher noch einen fluchti- gen Uihrils von der Stiinniurg und der Lage des Generalstabes, am Tage vor der merk- tvurdigeii Schlacht bei Hohenlinden, ent- werfen.
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