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Napoleon Bonaparte, seine Jugend und sein Emporkommen
Arthur Böhtlingk (1849–1929), 1877
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15–17 November 1796
Battle of Arcole
XVI
4ie ersten mud treuesteu jener Ritter, j^ie 4ich seinem Glücke veracbrieben , indem sie ihre ganze a^f seine Erfolge setzten und dadurch von 9m völlig abhängig wurjlen. Miarmont, der spätere des Kaiserreichs und Herzog von Baguse, war nod junger f aber geschulter und erprobter Artillepie-i Dagegen war Junot, der Herzog von Abrantes, ol Bildung. Er diente als Unteroffizier und empfahl Clommaadanten der Artillerie durch seine Unersd und deutliche Handschrift Sie wurden Beide jutanten. Auch den ergebenen Adjutanten Muiso ersten italienischen Feldzuge, bei Arcole, fiel, bi Toulon schätzen gelernt
SEIN EMPORKOMMEN
Angesichts der ebenso überraschenden, als glänzenden Er- folge in Deutschland, war man daselbst weniger als je ge- neigt, Mantua und damit die ganze Machtstellung in Italiei^ preiszugeben. Schon in den ersten Tagen des November kai^ ein neues Entsatzheer unter Alvintzy heran. Der Plan gin. ^ dahin, Wiu'mser die Hand zu reichen und mit ihm zugleich Bonaparte's Hauptmacht, etwa bei Verona, zu umzingeln u.>) zu vernichten. Der Ansturm war ein so gewaltiger, d^i^j^ Bonaparte abermals in die allergrösste Bedrängnlss geriete. Die Stellung in Tyrol, wo die Oestreicher das Bergvolk zum Kampfe aufriefen, ging verloren; Bonaparte wagte schon nicht mehr, dem Feinde gradwegs entgegenzutreten; er griff zur List und versuchte, mittels eines heimlichen Nachtmar- sches, demselben in den Bücken zu fallen. Das verwegene Manoeuver gelang ihm, aber mit knapper Noth. Drei Tage laug dauerte das Ringen bei Arcole. Schliesslich erlangten die französischen Kemtruppen mit ihren ausgezeichneten Füh- rern über die meist jungen Rekruten Alvintzy's, denen es auch an erprobten Offizieren fehlte, die Oberhand; einmal ins Schwanken gerathen, ergriff die jungen Truppen der Oestreicher ein panischer Schrecken: sie stoben auseinander und flüchteten sich zurück ins Gebirge. Bonaparte konnte, auch in Tyrol, seine früheren Stellungen alle wieder ein- nehmen. „Die Schlacht bei Arcole", berichtete der Unüber- windliche am 19. November an das Directorium nach Paris, „hat über das Schicksal von Italien entschieden. Mantua kann sich keine 14 Tage mehr halten. Schickt mir die Ver- stärkung, wie Ihr sie mir versprochen habt, und ich ver- spreche, innerhalb sechs Wochen den Kaiser zum Frieden gezwungen zu haben und in Rom zu sein." Zwar eilte Bona- parte's Phantasie den Thatsachen wieder lun viele Monate voraus, Mantua hielt sich noch 4 Mal 14 Tage, er erhielt die gewünschten Verstärkungen und hat den Kaiser doch
SEIN EMPORKOMMEN
Je mehr Bonaparte im Geheimen Hebel ansetzte, um das Directorium und die Verfassung des Jahres ni zu stör* zen , desto öfter fClhlte er sich gedrängt , das Gegentheil ZQ betheuem. In der mörderischen Schlacht bei Arcole war« u. A. sein Adjutant Muiron und Elliot, ein Nefie des Krieg»- ministers Clarke, geblieben. Dieses ,bot ihm Gelegenheit, einen Brief fär Clarke an Camot zu adressiren. EUiots Loa sei ein beneidenswerthes zu nennen ; „Wer von uns", ruft er aus 9 „hätte nicht hundert Mal gewünscht, auf diese Weise den mächtigen Angrififen der Verleumdung entzogen zu we^ den, dem Neide und allen gehässigen Leidenschaften, die das Betragen der Menschen ausschliesslich zu leiten scheiDen.'* Bezüglich Muiron's schrieb er an das Directorium seDst Derselbe hätte am 13. Vend^miaire die Freiheit retten hdfeo. „Ich fragte ihn", führt er aus, „ob die Regierung auf ihs rechnen könne. ^Ja\ lautete die Antwort, ^ich habe ge- schworen, der Republik zu dienen, ich gehöre zum Heere, ich werde meinen Vorgesetzten ge- horchen; ich bin übrigens, bei meiner Art ii sehen, ein Feind aller Aufständischen; ebense sehr Derjenigen, welche den revolutionären Grund- sätzen und Handlungen nur deswegen huldigei, um den Königsthron wieder herzustellen, als aack Derjenigen, welche mit Hülfe derselben die Schre- ckensherrschaft erneuern wollen." Mochte Moiroi einst so gesprochen haben oder nicht. Bonaparte legte ihn offenbar Worte in den Mund, welche den Ohren dar Di^e^ toren klingen sollten, als wenn Bonaparte selbst sie spr&che.
SEIN EMPORKOMMEN
iCgationen am adriatischen Meere zu gewinnen, so erachtete r den Tausch als eine Errungenschaft, zumal wenn in Folge lessen die Zustande im deutschen Reiche nur wenig geändert imrden, denn die Erhaltung der geistlichen Reichsstände and des Adels war fQr das östreichische, römisch-katholische Kaiserthum eine Lebensfrage. Die Verständigung mit Oest- idch hing demnach davon ab, ob die Franzosen ihre Eroberungen in Italien wieder preisgeben wollten oder nicht? Die Mehrheit des Directoriums — in erster Linie abermals Gamot — war entschieden der Ansicht, dass e8 geschehen müsse. Eben deswegen war Bonaparte ein Mal über das andere gemahnt worden, in den Italienern keine Obertriebenen Hoffiiungen zu wecken, die eroberten Gebiete nicht zu republikanisiren , weil sonst der Friedensschluss, auf Grundlage der Einverleibung Belgiens und der Rheinlinie, <ier 8. g. natürlichen Grenzen, unmöglich erschien. Trotzdem luttte er es gethan ! Dem Directorium war die Verhandlimg dadurch sehr erschwert worden. Dass er dieselben nicht son- derlich begünstigoi werde, stand zu erwarten. Andrerseits kttte er selbst — es war im November 1796, also lange ▼or dem Fall von Mantua, kurz vor dem verzweifelten Ringen bei Arcole gewesen — seine militärische Lage in so schwarzen färben geschildert, dass sein Feldhermruhm gesicherter er- ^einen mochte, wenn der Waffengang, den er so glänzend bestanden hatte, ein Ende nahm. In jedem Falle war eine Voraofgehende Verständigung mit ihm unerlässlich. Das Di- rectorium Hess daher den Friedensgesandten, General Glarke [ein Vertrauensmann Camot's), über Italien, durch das Haupt- Inartier Bonaparte's, nach Wien reisen.
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