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memoir

Von Berlin bis Paris

Ludwig Pietsch, 1871

Named on the page for Battle of Wörth (1870).

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Passages that name the battle; the whole book is at Internet Archive.

6 August 1870

Battle of Wörth (1870)

IIINANNUNDNNANIN

Mittheilungen diefer, Art ſchwirrten hin und ber in den Gruppen auf den belebten Straßen. Manchen Belannten entdedte ih, weimarijche, berliniſche Künitler und Schriftiteller, die, von Beginn an glüdlicher als ich, in unmittelbarem Zufammenhange oder doch in Fühlung mit dem Hauptquartier geblieben waren. Nur zwei derſelben, Bleibtreu und Gujtav Freytag, in der geficherten, eb: renvollen Situation der officiellen, quartierten und in jedem Falle vor: wärtserpedirten Eingeladenen des Dbercommandos. Die beiden anderen, Thumann und Hünten, hatten einen vortheilhaften Pact mit der Feldpoft der 3. Armee gejchlofien, deren erjter Magen fie immer weiter zum vorrüdenden Standorte des Hauptquartiers befördern wollte. Es gelang mir, nad) den erjten Begrüßungen diefe Gunſt auch auf mich auszjudehnen, und gegen halb 6 Uhr fand ich mich auf dem Kutſcherſitze des gelben Magens, die berittenen und bewaffneten Poſtillone und SBoitjecretaire zu Pferde vor und ne: ben uns auf der Chaufjee nah Wörth: dem Orte der heutigen Siegesihladht, in die Colonnen eingezwängt, langjam, aber doch vorrüdend.

IIINANNUNDNNANIN

Die Duntelheit ſenkt fi herein, der halbe Mond verbirgt jein Licht. Die Feuer der Bivouaks entzünden fi überall in den Feldern zu beiden Geiten der Straße und drüben an den Bergen, hoch hinauf zu ihrem lang gejtredtem Grat; zwifchen ihnen ſchlägt die Flamme der in Brand gefchofjenen Kirche von Frofchweiler, nördlih von Wörth, hoch zum Nachthimmel auf. Die Silhouetten der Artillerie-Trains zeichnen ſich ſchwarz und fo charaftervoll, al3 ob fie eigentlih von Adolf Menzel gezeichnet wären, vor der ungemifjen ver: hüllten Mondhelle des füdmeftlihen Himmels ab. Dann und wann

IIINANNUNDNNANIN

Mährend Alles auf den Wegen umberjtand, ben Gang des Feuers zu beobadıten, wurde ein in’s Hauptquartier gelangtes Ertrablatt der „Karlsruher Zeitung‘ befannt, deſſen Mittheilungen uns in die angenehme Kenntniß jeßten, daß Göben’s Sieg über Froſſard's Corps wirklich die Dimenfionen der Schlacht bei Wörth und ihrer Erfolge erreicht, daß eine Kaiferliche Kundgebung endlich die Aufreibung der beiden gejchlagenen Corps Mac Mahon und Froſſard eingeitände und daß Paris in Belagerungszujtand erklärt fei. Man kann fih in der Heimath ſchwerlich einen rechten Begriff von dem feltjamen Zuftande der Spannung und Ungewiß— heit machen, in weldem wir, mit unferem Blide nur (und höch— tens!) auf die Verfolgung der Ereignifje bei der 3. Armee be: Ihränft, in Bezug auf die geſammte unterdeſſen ſich vollziehende Meiterentwidelung des gewaltigen Dramas dahinleben. Nichts von dem Innern Deutichlands, nichts vom Gange der europäijchen Politik, von den Thaten der franzöfifhen Ylotte, faum etwas von der 1. und 2. Armee kommt bis zu uns — fo wenig wie zu

XXI.

Aber weiter geht es auf dem alten mwohlbefannten Meg, der jo viel alte und neuejte mwiderjprechende Erinnerungen wach ruft: Lüneville, Saarburg, Lüßelburg, durch den, Dank der eiligen Flucht nad der Schlacht von Wörth, glüdlich ungeiprengten, rieji- gen Bogejentunnel, der Nheinebene zu, den jenjeitigen geliebten Schmwarzwaldbergen entgegen, um deren dunkle Gipfel nun das ſchwere Regengewölt fie faft verhüllend hängt. Nicht einmal bis MWendenheim jelbit fährt der Zug. Eine lange Strede bis zu diefem Bahnhof hat man zu Fuß zu gehen und dann feine Glie— der, in Ermangelung gerade etwa vorhandener bejierer Gelegenheit, einer Martermajchine von bäuerlidem Korbwagen anzuvertrauen, mit einem lofe drüber gelegten Brett als einzigen Siß. Aber der: gleihen bat nach der Uebung der Iekten 10 Wochen jeden Reit von Schreden für uns verloren. Alſo vorwärts auf der, von Regen aufgeweichten, von den fchweren Xrtillerietraind aufgefahrenen Landftrafe. Nach der eriten halben Stunde der Fahıt bereits be ginnen die Anzeichen des hier Gejchehenen, die ſich dann mit jedem

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